„Wir arbeiten an der Grenze von Praxis und Wissenschaft; Innovationen aus der Forschung versuchen wir in die Praxis umzusetzen. So beschäftigen wir uns unter anderem mit Untersuchungen zum Anbau, Pflanzenschutz, Lagerung und betriebswirtschaftlichen Aspekten, aber auch mit städtischen Grünflächen und Verpackungen.“ Es spricht Herr Ernst van den Ende, Manager der Business Unit für Blumenzwiebeln, Bäume und Früchte beim PPO. Er nennt einige Beispiele für die Tätigkeiten, die sein Geschäftsbereich ausführt. „Wir haben ein Spritzsystem entwickelt, das es möglich macht, den Spritzvorgang pro Saison von zwanzig auf drei Mal zu verringern; das spart dem Züchter viel Geld und es ist besser für die Umwelt. Wir arbeiten auch an biologischen Methoden, um Krankheiten und Plagen zu bekämpfen; so haben wir ein Bakterium gefunden, das als Gegenspieler zu Pythium arbeitet und effektiv als Bekämpfungsmittel eingesetzt werden kann. Wir suchen aber auch nach Möglichkeiten zur Energieeinsparung, zum Beispiel durch einen mehrlagigen Anbau im Gewächshaus und bei der Einfügung von städtischem Grün. So sind unsere Forscher in der Lage, zu bestimmen, welche Pflanze am besten an einem bestimmten Ort wächst. Dies ist zum Beispiel bei der Begrünung entlang der Autobahnen wichtig, aber auch bei der Begrünung im Büro.“
Nicht sexy
Van den Ende betont, dass das Forschungsinstitut bei der Ausübung seiner Arbeit regelmäßig die Zusammenarbeit mit anderen Parteien sucht. „Wir möchten nicht auf unserem Wissen sitzen bleiben. Denn: Wer nicht teilen kann, kann auch nicht vervielfachen. Außerdem sind wir gemeinsam viel besser in der Lage, die komplexe Problematik in diesem Bereich aufzulösen. Wir suchen darum Partner auf allen Ebenen: Vom Bank- und Versicherungswesen bis zur Lehre. So sind wir gemeinsam mit unseren Partnern dabei, in Lisse ein Wissenszentrum für Ziergewächse im offenen Anbau aufzubauen. Neben der Bodenuntersuchung geht es dabei auch um Aufklärung und Betriebsleben.“ In Zusammenarbeit mit den Gartenbauschulen hat das PPO unlängst eine CD-Rom mit diversen Unterrichtspaketen für den Pflanzenschutz entwickelt. „Wir waren auch an der Schulung der Dozenten beteiligt, die mit diesen Paketen arbeiten werden. Daneben laufen einige Projekte, die darauf ausgerichtet sind, Studenten für ein Gartenbaustudium zu begeistern. Der Zustrom von Studenten ist nämlich seit Jahren rückläufig und dies ist ein echtes Problem. Ein Gartenbaustudium ist offensichtlich nicht sexy.“ Was Van den Ende betrifft, kann der Gartenbau nicht früh genug bekannt gemacht werden. „So bieten wir Unterkünfte für das Organisieren von Gartenwettbewerben; eigentlich möchten wir dazu alle Grundschulen aus Lisse einladen. Dadurch können schon sehr kleine Kinder für alles was grünt und blüht begeistert werden.“
PPO hilft gerne, wenn es darum geht, dem vermeintlich langweiligen Gartenbaustudium eine positive Wendung zu geben. „Wir haben ein Austauschprogramm für Studenten, die bei uns Untersuchungen durchführen dürfen und wir bieten ständig Praktikumplätze an. Sechs Mal pro Jahr gibt es einen Tag der offenen Tür: Diese Tage ziehen auch Gartenbaustudenten an. Außerdem versuchen wir mit Agrarfachschulen wie Larenstein, Forschungsprojekte umzusetzen. Durch die Zusammenarbeit mit allen Agrarischen OpleidingsCentras (AOCs), versuchen wir, die Gartenbauausbildung auf höherer Ebene anzuheben. Mittlerweile arbeiten wir weiter daran, wie wir die Jugend für diesen Bereich interessieren können.“
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