International Flower Bulb Centre - Flower Bulb Power Education

Gartengestalter und Landschaftsarchitekten

Jaqueline v.d. Kloet

„Blumenzwiebeln endlos kombinieren"

Eine Freundin hat eine Ausbildung in der     Garten- und Landschaftsgestaltung gemacht. Das hieß, viel zu entwerfen und zu zeichnen. Dies sprach Jacqueline van der Kloet, die eine Begabung zum Zeichnen hatte und einen kreativen Beruf erlernen wollte, an. Also meldete sie sich für eine Ausbildung in Boskoop an. Dort merkte sie bald, dass dies genau das war, was sie suchte. „Dieser Bereich ist enorm vielseitig.“

Garten- und Landschaftsarchitektin Jacqueline van der Kloet schloss ihre Ausbildung im belgischen Anderlecht ab, wo großer Wert auf die kreative Seite des Berufes gelegt wird. „Es ging nicht nur um Pflanzenwissen, sondern auch um Garten- und Kunstgeschichte und man verbrachte viel Zeit mit der Gestaltung.“ Nach dem Ende des letzten Ausbildungsjahres arbeitete sie sechs Jahre lang bei einem großen Garten- und Landschaftsarchitekturbüro in Amsterdam, wo sie unter anderem Pläne für große Wohnungsbauprojekte entwarf. Ab und an gestaltete Jaqueline auch private Gärten und eines Tages beschloss sie, sich als selbstständige Unternehmerin in diesem Bereich niederzulassen. „Später habe ich mit dem Schreiben begonnen, besonders über die Umsetzung von Pflanzungen.“ So kam sie unter anderem mit dem Internationaal Bloembollen Centrum (IBC) in Kontakt, das sie fragte, ob sie einige Texte schreiben könnte. „Auf diese Weise lernte ich die Welt der Blumenzwiebeln kennen. Und das faszinierte mich sehr. Ich fing an, immer mehr Blumenzwiebeln in meine Pflanzpläne einzusetzen. Mich spricht die Vielseitigkeit an, man kann sich endlose Kombinationen ausdenken. Und es ist immer wieder spannend, wenn sie anfangen, zu blühen.“

Garteninspirationen

Jacqueline bekam einen Auftrag nach dem anderen. So war sie insbesondere für die Pflanzung der Blumenzwiebeln bei der Weltgartenausstellung Floriade in den Jahren 1992 und 2002 verantwortlich und auch der Keukenhof wurde ihr Arbeitsgebiet. Zuerst habe ich Themengärten gemacht, anschließend habe ich bei der Restaurierung von Teilen des Parks mitgewirkt. Dabei ging es besonders um die Kombination von Blumenzwiebeln mit Bäumen und Stauden. Damit sind wir noch immer beschäftigt. Und jedes Jahr arbeite ich an den Garteninspirationen auf dem Keukenhof, die immer anders umgesetzt werden müssen. Diese sind ganz auf den durchschnittlichen niederländischen Hausgarten ausgerichtet, mit einem Umfang von fünfzig bis einhundert Quadratmetern. Die Zielsetzung ist es, eine spürbare Atmosphäre zu erzeugen und Ideen für den Einsatz von Blumenzwiebeln zu entwickeln. Dabei hat jeder Garten ein anderes Thema: Von Mediterran bis Park- oder Stadtgarten.

Das Ausdenken von Pflanzplänen findet Jacqueline mindestens ebenso schön, wie das Erstellen eines Entwurfs. „Ich empfinde es als Herausforderung, verschiedene Sorten von Pflanzen, Blumenzwiebeln, Bäumen und Sträuchern so gleichmäßig wie möglich zu kombinieren, sodass ein schönes Ergebnis entsteht.“ Bei den vielen Projekten, die sie als Garten- und Landschaftsarchitekt bearbeitet, arbeitet sie mit anderen Büros zusammen. „Ich arbeite zum Beispiel mit Niek Roozen an der Begrünung eines Neubaugebietes im Nordosten von China. Dabei muss ich das recht kalte Klima berücksichtigen und sehen, welche Sorte dort am besten hinpasst. Dies galt übrigens auch für einen Auftrag in Kuwait, wo es eben recht warm ist. Mit Piet Oudolf arbeitete ich an der Bepflanzung des Battery Parks in New York und dem Millennium Park in Chicago. Das Tolle an diesen Aufträgen ist, dass man viel reist, nette Menschen trifft und andere Kulturen und Architekturen kennenlernt. Das inspiriert sehr.“

Ganz glücklich

Ihre Liebe für Blumenzwiebeln ist gewachsen. „Die Zeit, in der der Keukenhof offen ist, ist für mich die schönste Zeit des Jahres. Blumenzwiebeln sind so dankbare Gewächse, man kann sie überall einsetzen, auch in Kombination mit anderen Gewächsen. Wenn ich das Ergebnis von früheren Pflanzungen sehe, ein Meer blühender Zwiebelpflanzen, dann macht mich das glücklich.“ Und die schönen Aufträge gibt es weiterhin. „Ich fahre regelmäßig ins Ausland, um Pflanzen auszusuchen. Zuletzt war ich für ein Projekt in Göteborg; dort sollte ein Teil des botanischen Gartens hergerichtet werden. Neben der praktischen Arbeit gefällt mir auch das Schreiben sehr gut. Dieser Bereich ist enorm vielseitig.“

www.jacquelinevanderkloet.nl



Piet Oudolf

„Blumenzwiebeln gehören dazu“

Er arbeitete in der Gastronomie, aber an seinem 25. Geburtstag beschloss Piet Oudolf einen rigorosen Wechsel. Er entschied, seiner Liebe zu Pflanzen nachzugeben und begann eine Gärtnerausbildung.     Anschließend eröffnete er sein eigenes Gestaltungsbüro, gefolgt von einer Gärtnerei für Stauden und Ziergewächse. Im Moment bereist er die ganze Welt, um als Garten- und Landschaftsarchitekt große und kleine Gartenprojekte umzusetzen.

Das Gestaltungsbüro, das Piet Oudolf Ende der siebziger Jahre in Haarlem eröffnete, wandte sich vor allem an Privatleute mit kleinen Gärten. 1981 zog er mit seiner Frau Anja nach Hengelo, wo sie gemeinsam eine Gärtnerei für Stauden und Zierpflanzen gründeten. „Meine Ausbildung und meine Praxiserfahrung hat mich dorthin gebracht, wo ich jetzt bin“, erzählt Oudolf. Gleichzeitig konzentrierte er sich wieder ganz auf das Entwerfen. „Anja führt die Gärtnerei; wir haben die zwei Aktivitäten mehr voneinander getrennt.“ Über seine Ambition: „Ich möchte Qualität liefern und dabei meinen eigenen Stempel aufdrücken. Im Laufe der Jahre habe ich meinen eigenen Stil entwickelt, was vor allem bei der Auswahl der Bepflanzung auffällt. Dennoch kann ich jedes Projekt wieder anders umsetzen. Einmal habe ich einen großen Auftrag für eine Großstadt wie New York oder den Staat, ein anders Mal gestalte ich einen privaten Garten. Also sehr abwechslungsreich.“

New York, New York

Piets Arbeit war für manche Auszeichnung gut. So gewann er im Jahr 2000 den Entwurfspreis der Chelsea Flower Show. “Das ist eines der Projekte, das mir sehr in Erinnerung geblieben ist.” Dann durfte er für den Battery Park in New York einen Masterplan erstellen. In dieser Weltstadt arbeitete er zudem, gemeinsam mit einem Architekturbüro, an der grünen Gestaltung des Gebiets, was als High Line bekannt ist. Er wurde auch beauftragt, den Bürogarten der Investitionsbank Goldman Sachs in New York zu entwerfen, der zu einem angenehmen Betriebsklima beiträgt. Zum Zeitpunkt dieses Gesprächs arbeitet Piet an der Bepflanzung des Millennium Parks, einem großen Stadtpark in Downtown Chicago. „Man nennt ihn zur Zeit den wichtigsten Park in Amerika.“ Für diesen Auftrag musste Piet einen Wettbewerb mit anderen Garten- und Landschaftsgestaltern bestehen. „Der Auftrag lautete: Erstellen Sie einen Entwurf mit vielen Pflanzen und sorgen Sie dafür, dass ein Raum entsteht, in dem sich Menschen wunderbar erholen können. Und wir haben den Auftrag bekommen.“

Natürlich fragen wir Piet auch nach seiner Vision für Blumenzwiebeln in Garten und Park. „Blumenzwiebeln gehören dazu, sie sind unverzichtbar. Darauf weise ich auch immer hin, wenn ich an einem Garten oder Park arbeite. Dabei wähle ich möglichst nicht das kommerzielle Standardsortiment, sondern vor allem besondere Zwiebelgewächse und langlebige Produkte, die nicht jedes Jahr neu gepflanzt werden müssen.“ Piet geht bei der Auswahl seiner Zwiebelgewächse sorgfältig vor. „Nicht alles passt zusammen. Wichtig ist, dass sich Pflanzen, Bäume und Zwiebelgewächse gegenseitig verstärken.“ Der Gestalter erfährt während seiner vielen Projekte, dass Blumenzwiebeln noch immer sehr beliebt sind. „Vor allem dann, wenn besondere Dinge gezeigt werden, reagieren die Menschen begeistert.“ Eine bevorzugte Blumenzwiebel kann er nicht nennen. „Es gibt so viele schöne: Allium, Anemone, Eremurus, Ornithogalum...Es sind vor allem besondere Pflanzen, die mich sehr ansprechen; die sammele ich für meine private Sammlung." Was ihn antreibt: „Ich finde es toll, schöne Dinge zu machen, aus Liebe für das Fach und für die Pflanze. Dabei arbeite ich immer in einem anderen Kontext, gegen einen anderen Hintergrund, wodurch es jedes Mal anders ist. Und genau das macht diesen Bereich so interessant.“ Mehr Informationen auf www.oudolf.com.



Niek Roozen

„Kein Platz ohne Grün“

In den Niederlanden steht der Name Roozen für Blumenzwiebeln. Niek Roozen kommt aus dem Zierpflanzenbereich. Das hat ihn geformt und bereits in jungen Jahren sein großes Interesse für Pflanzen geweckt. Nach seiner Ausbildung zum Garten- und      
Landschaftsarchitekten eröffnete er mit Kollegen ein Gestaltungsbüro. Zur Zeit führt er seine eigene Firma und arbeitet international unter Niek Roozen BV. „Etwas entwerfen und es dann, gemeinsam mit anderen, auszuführen: Das macht       unglaublich viel Freude.“

In seiner Jugend war Niek Roozen regelmäßig im Blumenzwiebelbetrieb seines Vaters zu finden. „Das hat meine Berufsentscheidung mit Sicherheit beeinflusst.“ Sein Interesse richtete sich aber weniger auf die Zwiebelzucht oder den Handel, sondern mehr auf die kreative Seite. „Gärten zu entwerfen sprach mich an, weil ich darin Kreativität und die Liebe zur Natur wunderbar miteinander verbinden konnte. Das ist für meine Arbeit essentiell.“ Der Garten- und Landschaftsarchitekt eröffnete nach dem Studium zusammen mit fünf Studienkollegen ein Büro namens Groep 5. “Wir schickten Briefe an Hunderte von Gemeinden und erhielten drei Aufträge. Das war die einzige Akquise, die wir jemals gemacht haben; es fing schnell an, gut zu laufen. Nach acht Jahren ist jeder seinen eigenen Weg gegangen, aber wir treffen uns noch regelmäßig bei verschiedenen Aufträgen.“

Eigener Betrieb

1982 startete Niek seinen eigenen Betrieb: Niek Roozen BV. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich bereits einen Namen gemacht. „Wir waren unter anderem auf Messestände und Ausstellungen spezialisiert; das machten damals noch nicht viele Büros.“ 1982 war er an dem Entwurf der Floriade, der Weltgartenbauausstellung, beteiligt. Zehn Jahre später zeichnete Roozen für eine Anzahl von Einsendern den Entwurf. Für die Floriade 2002 wurde er als Hauptgestalter der Ausstellung verpflichtet. Der Gestalter war zudem als verantwortlicher Architekt bei der Entwicklung der Baumschulenmesse Plantarium involviert, war für die Gestaltung der “Groene Stad” verantwortlich und entwarf verschiedene Themenparks. „Grün wird immer wichtiger, auch in der städtischen Umgebung. Kein Platz ohne Grün; nicht nur wegen dem Nutzen für die Umwelt, sondern auch, weil es den Menschen ein schönes Gefühl vermittelt.“

Nachdem Niek Roozen BV immer bekannter wurde, nahm auch der internationale Charakter seiner Aufträge zu. So begleitete er im Norden Chinas die Stadt Shenyang bei ihrer internationalen Gartenbauausstellung. Auf der Royal Flora im thailändischen Chiang Mai sorgte er dafür, dass eine Vielzahl blühender Tulpen in ganzer Pracht zu bewundern waren. Vor kurzem gewann Roozen einen Wettbewerb für einen Auftrag in Shanghai: Die Gestaltung einer vierzig Hektar großen Grünfläche für die Weltausstellung, die dort 2010 stattfindet. „Wir haben den Auftrag erhalten und begleiten jetzt die Durchführung. Ferner gestalten wir die Grünflächen des ersten Teils eines Neubauprojektes im Nordosten Chinas, wo bald eine Million Menschen leben werden.“

Eigener Stil

Nach all den Jahren hat seine Leidenschaft nicht nachgelassen. „Es ist beeindruckend zu sehen, dass man in einem Gebiet so weit kommen kann. Das ich aus den Niederlanden komme, ist dabei ein großer Vorteil: Unser Land hat ein starkes Image auf dem Gebiet von Pflanzen, das könnten wir noch viel stärker ausbauen.“ Roozen entwickelte im Laufe der Jahre seinen eigenen Stil: „Ich achte immer darauf, wie Menschen Grünes, von Blumenzwiebeln zu Bäumen, wahrnehmen und erfahren. Dabei strebe ich nach größtmöglicher Natürlichkeit und versuche, die verschiedenen Sorten überraschend miteinander zu kombinieren.“ Blumenzwiebeln tauchen in seinen Entwürfen immer wieder auf. „Bei der internationalen Gartenbauausstellung in China haben wir etwas mehr als sieben Millionen Blumenzwiebeln eingeplant. Als die dann anfingen zu blühen, war das ein beeindruckender Anblick.“ Was ihn antreibt: „Ich finde es schön, Pläne zu entwickeln und diese gemeinsam umzusetzen. Gemeinsam Landschaftsteile gestalten, welche die Menschen dann genießen können. Das ist faszinierend und gleichzeitig herausfordernd.“

www.niekroozen.com


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